Bulletin Frick
Bulletin vom 17. Mai 2011, 16.00 Uhr
Aktuelle Lage: Die geringen Niederschläge vom 14.5. – 15.5. führten am Standort Frick gemäss RIMpro Modell und gemäss Auszählungen in der Schorffalle zu weiteren Ascosporenausstössen. Infektionsbedingungen sind jedoch wegen zu geringer Blattnassdauer nicht entstanden. Der Ascosporenvorrat im Boden hat sich nun bereits um mehr als 90 % abgebaut. Weitere Infektionen ausgehend von Ascosporen dürften nur noch selten eintreten. Entscheidend werden jetzt die Infektionen verursacht durch Konidien. Anlagen, auch solche mit schorfresistenten Sorten, sind deshalb jetzt auf Schorfbefall zu kontrollieren. Weiterhin günstige Bedingungen bestehen für Mehltauinfektionen. Behandlungen vor nächsten Niederschlägen sind vor allem dort angezeigt, wo Schofinfektionen vorhanden sind eine erhebliche Mehltauinfektionsgefahr besteht.
Behandlung: Gegen Schorf und Mehltau Netzschwefel einsetzen. Aufwandmenge von 4-5 kg/ha nicht überschreiten wegen Sonnenbrand-Risiko. Mit steigenden Temperaturen und zunehmender Fruchtentwicklung ist die Schwefelaufwandmenge laufend zu reduzieren. Bei schwefelempfindlichen Sorten wie Cox Orange oder Conférence ist die Aufwandmenge um ein Drittel zu reduzieren. Zur Reduktion der Phytotoxproblematik empfiehlt sich der Einsatz von Armicarb in Kombination mit Netzschwefel erst wieder ab Anfangs Juni mit Beginn der Möglichkeit von Regenfleckeninfektionen (siehe unter: www.bioaktuell.ch/de/pflanzenbau/obstbau/obstbaupflanzenschutz/armicarb.html).
Ihre Anmerkungen und Kommentare sind sehr willkommen. Bitte mailen Sie uns Ihre Anregungen an
lucius.tamm@no-spam.fibl.org und
andreas.haeseli@no-spam.fibl.org
Mit freundlcihen Grüssen
Andi Häseli & Lucius Tamm
Legende zur RIMpro-Graphik:
Die Stationen laufen nach Mean Greenwich Time. Die Addition von 2 Std. ergibt die Sommerzeit in der Schweiz.
hellblauer Balken: Blattnass-Perioden
dunkelblauer Balken: Regenperioden
braune Fläche: Ascosporen-Potential (zu Beginn der Saison = 100 %, Reifung abhängig von Temperatur und Blattnässe)
rote Fläche: Reife Ascosporen (können beim nächsten Regen ausgeschleudert werden, Ausstoss ist abhängig von Temperatur, Blattnässedauer, Niederschlag und Licht )
gelbe Säule: Ausgeschleuderte Ascosporen (befinden sich auf den Apfelblättern und beginnen bei Blattnässe zu keimen. In Keimphase sind Sporen sehr empfindlich auf Kontaktfungizide. Behandlungen in dieser Phase auf das nasse Blatt haben sich als sehr wirksam gezeigt)
rote Linie: Infizierte Sporen = RIM Wert (zunehmende Anzahl gekeimter Sporen, die ins Blatt eindringen und deshalb mit Kontaktfungiziden nicht mehr erreicht werden können.
Bei Überschreitung des RIM-Wertes von ca. 300 ist von sehr schweren Infektionsbedingungen auszugehen, die seltener (zwei bis vier Mal pro Jahr) vorkommen. Die Werte rechts des vertikalen Strichs sind extrapolierte Werte für die Abschätzung der Entwicklung in den nachfolgenden 24 Stunden, wobei von einer anhaltenden Blattnässe ausgegangen wird.







